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NURSING data schafft unter Berücksichtigung der nationalen und internationalen Gegebenheiten die Grundlagen für vergleichbare, standardisierte Pflegedaten, die auf alle Pflegebereiche des schweizerischen Gesundheitswesens anwendbar sind. Dabei geht es insbesondere um die Eruierung und Selektion der Daten, die für die Beschreibung der Pflege relevant sind sowie um deren begriffliche Bestimmung in den drei Amtssprachen. Mit NURSING data erhalten die Partner des schweizerischen Gesundheitswesens (Leistungserbringer, Leistungsempfänger, Versicherer, öffentliche Hand etc.) sowie die Wissenschaft eine Basis für Vergleiche und Analysen insbesondere in den Bereichen Leistungen, Kosten, Planung, Organisation und Qualität der Krankenpflege - Werte, die für die künftige Entwicklung des Gesundheitswesens von Bedeutung sind.

1. Welche Produkte erbringt NURSING data ?

NURSING data wird folgende Produkte hervorbringen:

a) eine einheitliche Liste mit Variabeln, die auf die Krankenpflege zugeschnitten sind. Das sogenannte "Nursing minimum data set" (CH-NMDS) wird die schweizerische Referenzliste der Pflegedaten sein. Es handelt sich dabei um eine Auswahl von relevanten Daten für die Beschreibung der Pflege, welche obligatorisch erhoben werden sollten, wenn Pflege erteilt wird - sei es in einem Spital, in einer Langzeitpflegeinstitution oder im Bereich Hauspflege (z.B. Spitex).

b) einen Katalog mit zwei Referenzterminologien, in einer aggregierten und vereinheitlichten Form - eine für die Pflegephänomene und eine für die Pflegeinterventionen (gültig für die Schweiz, in Erwartung einheitlicher aggregierter Terminologien auf internationaler Ebene). Auf der Basis dieser Referenzterminologien können die Pflegevariabeln des Nursing Minimum Data Set generiert werden.

Die Liste mit den Variabeln sowie auch die Referenzterminologien sollen in Tests im Rahmen eines Feed-backverfahrens, an dem die verschiedenen betroffenen Kreise beteiligt sind, validiert und bewertet werden.

2. Weitere Leistungen:

NURSING data beschränkt sich nicht auf diese beiden Hauptprodukte, sondern umfasst eine Reihe von parallel dazu stattfindenden Aktivitäten, welche für die Erarbeitung und Nutzung der Variabeln und Terminologien grundlegend sind. Sie sind zu einem grossen Teil den Bereichen Mitwirkung und Kommunikation zuzuordnen. Dabei geht es im Wesentlichen darum,

  • mit einer möglichst grossen Anzahl der in den Pflegeberufen und im Gesundheitswesen tätigen Personen zusammenzuarbeiten, um auf ein möglichst grosses Wissen zuzugreifen und um einen möglichst grossen Personenkreis für die Problematik zu sensibilisieren,
  • im Bereich der Dokumentation der Krankenpflege bei der Formulierung von Bedürfnissen und der Suche nach Lösungen zu helfen (Integration der Variablen und der Terminologie von NURSING in die Pflegedokumentation),
  • eine aktive und transparente Informationspolitik zu führen, so dass ein Maximum der betroffenen Personen informiert wird und schliesslich
  • das Pflegepersonal, aber auch die in den Bereichen Management, Statistik und Politik tätigen Personen zu begleiten, so dass die Datenlieferanten gleichermassen ausgebildet werden wie die Benutzer.

3. Welches ist der Nutzen der Produkte von NURSING data ?

NURSING data hat das Ziel, die Krankenpflege in einer Weise sichtbar zu machen, die ihr in der Organisation des Gesundheitssystems von ihrem Stellenwert her zukommt. Dadurch soll der Krankenpflege künftig in den Informationssystemen von Bund, Kantonen und Institutionen besser Rechnung getragen werden.

In diesem Kontext wird NURSING data dazu beitragen, die Erhebung der relevanten Pflegedaten zu erleichtern und zu vereinheitlichen, namentlich in den Bereichen

  • Dokumentation der "Pflegedossiers";
  • interne Organisation der Leistungserbringer;
  • Planung und Finanzierung von Institutionen und Massnahmen im Gesundheitswesen;
  • epidemiologischen Studien;
  • Bundesstatistik.

Die Vielzahl der Nutzungsmöglichkeiten wird auch durch den regelmässigen Input der Projektpartner gewährleistet.

4. Wem gehören die Produkte von NURSING data ?

Die Projektpartner haben ein kollektives geistiges Eigentum an den Ergebnissen von NURSING data. Da die Produkte von NURSING data im Wesentlichen aus Listen und Definitionen bestehen, soll ein freier Zugang gewährleistet werden; sie sollen im Hinblick auf die Nutzung als Gemeingut betrachtet werden, wobei die Quelle (NURSING data) jeweils ausdrücklich zu erwähnen ist.

Nur die Valorisierungen der Produkte von NURSING data (Entwicklungen im Bereich Informatik, Unterrichtsunterlagen usw.) können kommerzialisiert werden

5. Was wird von NURSING data nicht erfasst?

Da NURSING data ein Projekt für die begriffliche Erfassung der Pflege ist, ist die Entwicklung einer Informatiklösung, welche durch Lieferanten oder Nutzer der Pflegedaten direkt verwendet werden kann, nicht enthalten. Nicht zum Projekt NURSING data gehören somit:

  • die Entwicklung von Instrumenten für die Messung des Pflegebedarfs, für das Qualitätsmanagement oder für die Kostenrechnung etc. und
  • die Aktualisierungen, die es gegebenenfalls braucht, um die jetzigen Informatiksysteme anzupassen.

Nichtsdestoweniger wird in diesen Bereichen ein stetiger Informationsaustausch stattfinden.

6. Ende des Projekts und Aufgaben für die Zukunft

Das Projekt NURSING data endet somit mit der Lieferung der unter 1. und 2. beschriebenen Produkte.

Die Weiterentwicklung der Produkte von NURSING data soll parallel zur Entwicklung des Gesundheitsinformationssystems gewährleistet werden. Folgende Elemente sind somit längerfristig als Nacharbeit zu planen:

  • die Anpassung der Listen mit den Variabeln und die Aufdatierung der Referenzterminologien;
  • die Weiterbildung der verschiedenen Akteure;
  • die Koordination mit den internationalen Projekten.

Angenommen durch den Lenkungsausschuss, am 11. Juni 2002

Letzte Änderungen:
27.06.2002

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