PCS News 31 - Projekt Nursing Data Gesundheitsstatistische Daten der Pflege

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PCS News 31, November 1998

Projekt Nursing Data Gesundheitsstatistische Daten der Pflege

von  Anne Berthou

Ausgangslag

Der grösste Teil der Gesundheitsversorgung findet im nicht-ärztlichen Bereich, insbesondere im Pflegebereich statt, und es ist zu erwarten, dass – zumindest in den industrialisierten Ländern – dieser Bereich noch wächst. Gründe hierfür sind die Alterung der Bevölkerung und die Zunahme an chronischen Leiden. Damit einher geht eine Verlagerung vom akuten in den Langzeitpflegebereich sowie vom stationären (Spital, Krankenheim) in den ambulanten Pflegebereich (Spitex).

Jedes Gesundheitswesen ist darauf angewiesen, über seine Strukturen und Prozesse ausreichend informiert zu sein. Der Aufbau geeigneter Informationssysteme ist daher nicht zuletzt auch eines der Ziele der europäischen Gesundheitspolitik der WHO (Ziel 35).

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, in der Schweiz wichtige gesundheitsstatistische Instrumente auf- und auszubauen. Diese bezogen sich jedoch primär und schwergewichtig auf den stationären (Spital-)Bereich sowie auf die ärztliche Versorgung (Krankenhausstatistik, Medizinische Statistik der Krankenhäuser, Statistik der sozialmedizinischen Institutionen).

Ein grosser Teil – der grösste – der schweizerischen Gesundheitsversorgung blieb und bleibt dagegen noch " im Dunkeln ". Auf gesamtschweizerischer Ebene sind keine einheitlichen, flächendeckenden Daten vorhanden, die Auskunft geben,

Eine systematische Erfassung drängt sich auf, da dieser Bereich nicht nur versorgungsmässig ins Gewicht fällt, sondern auch grosse Ressourcen und viele Arbeitsplätze bindet. Hinzu kommt, dass in Bezug auf die Abgeltung der Pflegeleistungen gravierende Informationslücken bestehen, die nur unbefriedigend abgedeckt werden können (z.B. durch " provisorische ", nicht weiter definierte Pflegekategorien gemäss KLV).

Das Projekt " Nursing Data"

Diese Lücke soll mit dem Projekt „Nursing Data" geschlossen werden. Das Projekt wird vom Bundesamt für Statistik finanziert und von Frau Anne Berthou (Institut de Santé et d’économie, Lausanne) geleitet. Seine Durchführung wurde am 9. Juni 1998 von der Schweizerischen Kommission für Gesundheitsstatistik (KOGES) gutgeheissen.

Am 25. August 1998 fiel der „Startschuss" für das Projekt durch dessen Lenkungsausschuss, in welchem das Bundesamt für Statistik, der Schweizer Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger, die Schweizerische Vereinigung der PflegedienstleiterInnen sowie das Zentralsekretariat der SDK vertreten sind. Letzteres hat mit Frau Annamaria Müller Imboden auch den Vorsitz des Lenkungsausschusses inne.

Ziel des Projektes ist es, bis Ende des nächsten Jahres ein System zu empfehlen, welches eine gesamtschweizerisch „einheitliche Sprache" für die Beschreibung von Pflegediagnosen und Pflegeleistungen ermöglicht. Dies in Analogie zu den medizinischen Nomenklaturen ICD-10 und ICD-9-CM sowie der ärztlichen Leistungsnomenklatur gemäss GRAT (resp. GRAT/Infra für den Spitalbereich).

Die Zeit drängt, denn in den Spitälern, Krankenheimen und zum Teil auch im Spitexbereich werden laufend neue, individuelle Systeme entwickelt, die untereinander nicht kompatibel sind, sehr unterschiedliche Qualitätsstandards aufweisen und zum Teil hohe Entwicklungs- und Einführungskosten verursachen – insbesondere wenn elektronische Erfassungs- und Verarbeitungsprogramme zum Einsatz kommen. Dazu kommt noch der Aufwand für die Schulung und Einführung der Systeme.

Neben der Projektleitung und dem Lenkungsausschuss werden im Rahmen einer Begleitgruppe schweizerisch anerkannte Expertinnen und Experten der Pflege am Projekt beteiligt, um mit Hilfe deren Erfahrung und Wissen die aktuell bestehenden Syteme ausreichend zu berücksichtigen und zu einem praktikablen, konsensfähigen System zu gelangen.

Andere Informationen: Institut de santé et d’économie, Frau Anne Berthou, Chemin du Croset 7, 1024 Ecublens, e-mail :Anne Berthou