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von Jean-Claude Rey
So heisst die jedem Statistiker bekannte Regel bei den Amerikanern, sie bedeutet nichts anderes als: Wenn man qualitativ minderwertige Daten in ein Datenverarbeitungssystem einspeist, wird man daraus nichts anderes als qualitativ minderwertige Resultate herausholen. Das gilt auch für die APDRG, für welche die Qualität der Kodierung eine wesentliche Rolle spielt, wie auch für alle anderen Patientenklassifikations-systeme. Die Kodierung ist in der Schweiz derzeit ein aktuelles Thema, weil ein guter Teil der Spitäler dieses Jahr mit der Kodierung der Diagnosen und der Interventionen beginnt.
Kodieren kann man lernen, aber es zu lernen, kostet Zeit. Um einen Fall korrekt zu kodieren, benötigt man nach den in mehreren Ländern gemachten Erfahrungen anfangs 20 Minuten. Hat man sich aber einmal mit der Kodierung der eigenen Fälle vertraut gemacht, verringert sich der Zeitaufwand auf 2 Minuten. Weshalb? Ganz einfach deshalb, weil jeder Spezialist, wenn er in seinem Spezialgebiet die paar Dutzend Codes zur Beschreibung seiner Aktivität einmal ausfindig gemacht und eine gewisse Routine entwickelt hat, danach diese Recherchearbeit nicht mehr machen muss. Zudem werden auf dem Markt immer effizientere und leistungsfähigere Hilfskodierprogramme angeboten, die eine qualitativ stets bessere Datenerfassung erlauben.
Es stellt sich daher die Frage, wer kodieren muss. In unseren Nachbarländern kommen hierfür im allgemeinen zwei Lösungen zur Anwendung: Entweder werden professionelle Kodierer eingesetzt, die eine entsprechende Ausbildung hinter sich haben, oder die Ärzte selber erledigen diese Arbeit. Zahlreiche Argumente sprechen für die erste Variante, andere – zahlenmässig nicht weniger – für die zweite. Um diese Problematik zu verdeutlichen, haben wir die Mitteilung übersetzt, die O. Steinum im Oktober 1997 an der letzten Konferenz von PCS Europa bekanntgegeben hat. Er zitiert den Entscheid des Genfer Universitätsspitals, das die Kodierung den Ärzten anvertrauen will. Anderswo hat man sich jedoch für andere Lösungen entschieden, zum Beispiel im Spital von Morges, wo die Kodierung von professionellen Kodierern erledigt wird, die von den Ärzten die Informationen erhalten und diese dann auf einem eigens für diesen Zweck entwickelten Formular kodieren.
Die Qualität der Kodierung spielt ganz offensichtlich ein wesentliche Rolle, da die Kodierung am Beginn des Verfahrens zur Verarbeitung der Daten erfolgt, die dann zusammengelegt und in der internen Verwaltung für Vergleiche nach unterschiedlichen Kriterien mit anderen Spitälern verwendet werden können. Dasselbe gilt für die Finanzierung, für die man relative Werte der Patientengruppen untereinander, die "Cost-weights", entwickeln muss. Damit beschäftigt sich gegenwärtig die Gruppe APDRG-Schweiz, die es sich, nachdem sie über die allgemein verwendbare Methode entschieden hat, zur Aufgabe gesetzt hat, noch in diesem Jahr die relativen Werte für die Schweiz fertigzustellen.
Kann man die relativen Werte der verschiedenen Klassifikationssysteme vergleichen? In Beantwortung auf Wolfram Fischer zeigt Martial Barbier diese Schwierigkeit auf und stellt die Grenzen sowie die zu respektierenden Bedingungen klar.
Viel Spass bei der Lektüre.

(1) Das heisst auf Deutsch in etwa: "Wenn man Mist reintut, dann kommt auch nur Mist raus!" (back)