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EDITORIAL PCS News 27,
September 1997

Das Jahr der guten Nachrichten

von Jean-Claude Rey

 

Die Stagnation der Wirtschaft und die Notwendigkeit, die Explosion der Gesundheits-kosten zu unterbinden, sowie die gleichzeitige Inkraftsetzung des KVGs und die neuen Anforderungen betreffend Bundesstatistik, führen zu einer Bewegung, wie sie das schweizerische Gesundheitswesen seit 50 Jahren nicht mehr gesehen hat. Es ist erfreulich, festzustellen, dass von allen Seiten Ideen, Projekte, Konzepte und Lösungen präsentiert werden. Nun geht es darum, diese Vorschläge in die Tat umzusetzen. Was dies anbetrifft, folgen gute Nachrichten.

In erster Linie ist man sich bewusst geworden, dass nur noch die Rationierung der Leistungen übrig bleibt, falls es nicht gelingen sollte, das Gesundheitssystem zu rationalisieren. Diese Sichtweise macht sich der Kanton Waadt mit dem ehrgeizigen Projekt "Neue gesundheitspolitische Orientierungen" zu eigen. Im September wird sich das Kantonsparlament mit diesem Projekt befassen (NOPS).

Dann gibt es viele gute Nachrichten betreffend die Messung der Bedürfnisse und der Leistungen, welche Grundlage aller Systeme ist, sei es im Gesundheitswesen oder in anderen ökonomischen Sektoren. In der Westschweiz wurde eine interkantonale Konvention unterzeichnet, die die Vergleichbarkeit der Daten PLAISIR gewährleistet; der Spitex Verband Schweiz hat entschieden, CTMSP (1) als Messinstrument zu verwenden; eine wichtige Gruppe von Institutionen und Spitälern hat beschlossen, APDRG als Gruppierungssystem für die diagnosebezogene Fallfinanzierung zu verwenden. Die Gruppe APDRG-Schweiz plant zu Beginn des nächsten Jahrtausends die Einführung eines Punkttarifes pro Behandlungsfallgruppe. Eine solche Lösung erlaubt gleichzeitig die Erhaltung der Entscheidungsfreiheit und die Kostenkontrolle.

Diese Bewegung bringt erste Resultate hervor und das Gesundheitswesen gibt sich Messinstrumente, um besser abschätzen zu können, wieviel an zusätzlicher Wohlfahrt die in diesem Sektor ausgegebenen Summen erbringen. Vieles bleibt aber noch zu tun und die Herausforderungen sind zahlreich.

Beispielsweise was die Wahl der Instrumente anbetrifft: Können sie unverändert übernommen werden oder müssen sie den schweizerischen Verhältnissen oder praktischen Besonderheiten angepasst werden ? Ein treffendes Beispiel liefert uns der Artikel von A. Délésie aus Belgien, wo ebenfalls APDRG verwendet und für die Psychiatrie vervollständigt werden (minimales psychiatrisches Datenset).

Messen: Warum, für wen, zu welchem Zweck und welches sind die Erfordernisse und die Risiken, die sich aus der Messung der Aktivitäten und der Bedürfnisse ergeben? Marten Lagergren, Unterstaatssekretär im schwedischen Ministerium für Sozialwesen hat Anne Berthou seine Feststellungen und Überlegungen anlässlich einer vor kurzem stattgefundenen Konferenz mitgeteilt (Notwendigkeit und Risiken des Meesens).

PCS News ist über diese Entwicklung sehr zufrieden. Zudem ist sie von der Gruppe APDRG beauftragt worden, Sie über das Fortschreiten des Projektes zu informieren. PCS News nimmt dies zum Anlass, sich in neuer Aufmachung zu präsentieren.

 

(1) Eine von Anne Berthou geleitete Arbeitsgruppe kam letztes Jahr zu der gleichen Schlussfolgerung. (Retour)