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PCS News 26, April 97

Das schwedische Gesundheitswesen verschafft sich Klarheit über die Kosten

von A. Appelgren

 

Die DRG Systeme waren das Thema einiger Konferenzen, die vom SPRI organisiert wurden. Das Thema einer der Konferenzen lautete "DRG, AP-DRG oder RDRG, welches System ist das bessere?". Dieser Anlass vermochte etwa hundert Teilnehmer zu vereinigen, wobei man eine starke Präsenz von Ärzten ausmachen konnte. Eine weitere Konferenz, an der einer internationalen Höhrerschaft die schwedischen Gesundheitskosten präsentiert wurden, vereinigte ebenfalls eine hohe Anzahl von DRG Begeisterten, wie Ärzten, Ökonomen und weiteren Forschern und Analysten.

Da nicht jedermann zur Kategorie der Begeisterten gehört, wird aufgezeigt, was sich hinter den Abkürzungen verbirgt: DRG = Diagnosis Related Groups, AP-DRG = All Patient, und RDRG = Refined DRG (verfeinerte DRG).

Ein Bericht des SPRI ist zum Schluss gekommen, dass diese drei Systeme - die miteinander verwandt und einander sehr ähnlich sind - beim Vergleichen der Resultate verschiedener Länder miteinander eine grosse methodische Zuverlässigkeit aufzeigen.

Frau Leni Björklund, Direktorin des SPRI, erhofft sich die Möglichkeit, mit den 3 Systemen zu arbeiten. Ihrer Meinung nach ist das schwedische Gesundheitswesen im Begriff, sich Klarheit über die Kosten zu verschaffen und deshalb wird man sich in Zukunft eine bessere Vorstellung über die tatsächlichen stationären Kosten machen können.

 

Zuverlässigere Informationen über die Kosten

Die Schlussfolgerungen der zweiten Konferenz haben offengelegt, dass Schweden vermutlich das Land mit den zuverlässigsten Informationen über die Pflegekosten pro Patient ist.

Nicht weniger als 10 schwedische Spitäler sind heute in der Lage ihre Kosten zu kalkulieren. Es handelt sich dabei um die Spitäler von Huddinge, Karolinska, Kungälv, Lidköping, Lund, Mölndal, Skövde, Uddeevalla, Sahlgrenska und Östra in Göteborg, die zusammen mehr als 20 Prozent aller stationären Leistungen in Schweden erbringen

Die gesammelten Daten unterscheiden sich von denjenigen der übrigen Ländern in verschiedener Hinsicht. In den Vereinigten Staaten beispielsweise werden nicht sämtliche Kosten in Betracht gezogen, diejenigen der Ärzte (Honorare) und die des Kapitals - die zusammen einen Viertel der Spitalpflegekosten ausmachen - werden nicht in die Kostenkalkulation miteinbezogen. Aus diesem Grund kann man die Tatsache, dass die amerikanischen Kosten die tatsächlichen Spitalkosten repräsentieren, in Frage stellen.

In verschiedenen europäischen Ländern und in Australien teilen die Spitäler ihre Kosten mit Hilfe eines Verteilungsschlüssels auf, der auf dem System der DRG basiert. Der Nachteil dabei ist, dass bei der Verteilung der Kosten vom DRG System ausgegangen wird und nicht von der tatsächlichen Verwendung der Ressourcen.

 

Gründe für die Kostenkalkulation

Die Frage "Warum sollen die Kosten pro Patient kalkuliert werden?" war an der Konferenz Gegenstand einer grossen Debatte.

Eine der Antworten darauf war, dass die Kostenkalkulation pro Patient den Spitälern und ihren Diensten Unterlagen für Vergleiche liefert. Alle Beteiligten verfügen somit über ein Instrument, das ihnen erlaubt, zu begreifen wo sie teurer oder billiger sind, sowie wo sie eine kürzere oder längere Aufenthaltsdauer haben.

Ein weiteres Ziel der Kostenkalkulation pro Patient ist es, der Ärzteschaft ein Werkzeug zu liefern. Zudem erlaubt diese Kalkulation die Schaffung einer Basis für die Institutionen, die Leistungen finanzieren.

 

Methodische Probleme müssen noch gelöst werden

Obwohl Schweden grosse Fortschritte betreffend Kostenkalkulation pro Patient gemacht hat, bestehen weiterhin methodische Probleme. So rechnen gewissen Spitäler die Kosten der zentralen Administration dazu, andere hingegen nicht. In mehreren Spitälern werden die Kosten der Neugeborenen nicht mitgerechnet. Ein weiteres Problem betrifft die indirekten Kosten (Fixkosten ?): sie bestehen vor allem aus Salär, Material und Miete der Dienste in welchen der Patient behandelt wird. Die Spitäler betrachten diese Kosten normalerweise als pro Pflegetag konstant, obwohl es vielleicht sinnvoller wäre, anzunehmen, dass sie über die Leistungsdauer hinweg abnehmen.

Das Treffen hat es erlaubt, eine Liste der dringendsten methodischen Probleme zu umreissen. Ein Krankenhaus kann die Lösung eines Problems gefunden haben, wovon andere Spitäler profitieren können. Die Zusammenarbeit und die Diskussionen zwischen den Krankenhausvertretern, die die Kosten pro Patient kalkulieren und denjenigen, die sich jetzt dazu aufmachen, können zu Kostenangaben führen, die präziser sind, als die heute verfügbaren. So hoffen wir wenigstens!

Ake Appelgren

Quelle: SPRI Informerar No. 8, Nov. 1995, Seiten 12 - 13.