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EDITORIAL PCS News 25, Januar 1997

Eine einfachere Krankenhaus-finanzierungvon

Jean-Claude Rey

 

Die schweizerischen Gesundheitssysteme (jeder Kanton hat sein eigenes) sind kompliziert. Ebenso kompliziert ist deren Finanzierung und auch die Spitäler stellen diesbezüglich keine Ausnahme dar. Die Auseinandersetzungen im Zusammen-hang mit der Anwendung des KVG's (über 50 Rekurse beim Bundesrat) belegen dies mit Nachdruck. Dabei steht Planung gegen Finanzierung: Probleme mit den Listen der Einrichtungen und den Kosten zu Lasten der Krankenkassen, wobei letztere mit Beitragskürzung im Falle von Überkapazitäten (nach welchen Kriterien festgestellt?) drohen.

Weshalb diese Verwirrung? Vermutlich deswegen, weil man zu viele und zu unterschiedliche Probleme auf einen Schlag lösen will: Probleme, die betriebswirtschaftlichen Charakter haben (oder haben sollten), jene, für die die Kantone oder der Bund verantwortlich sind, sowie die der Krankenkassen, welche im Bereich der Information noch schlecht ausgerüstet sind; dabei wird die Sache auch nicht dadurch einfacher, dass sich die Umsetzung des KVG's in mehreren Etappen und zu unter-schiedlichen Zeitpunkten vollzieht (für die Heime war dies der 1. 1. 96, für die Spitäler wird dies der 1. 1. 98 sein).

Wie liesse sich das System vereinfachen? Was die Krankenhaus-Finanzierung angeht, würde eine Finanzierung nach Erkrankungen sowohl das Management der Spitäler als auch das der Kranken-kassen und Behörden erleichtern. Ein für die ganze Schweiz einheitlicher relativer Preis (1) pro Erkrankungsart würde die nicht endenden (und zunehmend unpro-duktiven) paritätischen Verhandlungen vereinfachen, insofern nur der Wert eines Punktes variabel und damit auszuhandeln wäre. Dadurch würde das Kranken-hausmanagement vereinfacht, dessen Zielsetzung darauf hinausliefe, bei gleichbleibender Qualität Pflegeleistungen zu einem Preis zu produzieren, die dem festgesetzten Niveau entsprechen oder darunter liegen. Zugleich würden die Vergleiche der Spitäler untereinander (heute teuer, komplex und wenig zuverlässig) nicht nur einfach und schnell, sondern sie würden auch ein permanentes « benchmarking » erlauben.

Auf einer anderen Ebene könnte man wahrscheinlich auf grossangelegte, landesweite Übungen verzichten, wie sie etwa die Suche nach einem einheitlichen Modell für eine analytische Buchhaltung (die überflüssig würde) oder nach einer Nomenklatur für die Tarifierung (ebenso überflüssig) darstellt, was beträchtliche Zeitersparnisse erlaubte.

Das Projekt « Finanzierung CH nach Erkrankungen », das am 22. November anlässlich der Jahrestagung der CST/PCS in Bern vorgestellt worden ist, weist in diese Richtung, und wir wünschen ihm viel Erfolg.

(1) Relativer Preis der Fälle, ausgedrückt in einem Punktwert, welcher eine kantonale oder regionale Anpassung erlaubt.

 

Zum Inhalt dieser PCS-News:

Charles Tilquin, Professor in Montréal, war bereit, uns seine Überlegungen bezüglich der Zusammenhänge zwischen DRGs und Pflegebedarfsmessung, die sich auf die Gesamtheit der in Quebec gemachten Erfahrung und Forschung beziehen, weiterzugeben.

Unser Deutschschweizer Korrespondent, Wolfram Fischer, ist soeben aus Italien zurückgekehrt und liefert uns einen ersten Bericht über die Einführung der DRGs sowie über einige weitere Perspektiven.