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von Jean-Claude Rey
Nun, da in verschiedenen Spitälern die neuen Klassifikationen der Krankheiten und operativen Eingriffe nach und nach eingeführt werden, eröffnen gewisse Entwicklungen neue Perspektiven.
Da sind z. B. das für fünf Jahre verlängerte Mandat an die Schweizerische Kommission für Gesundheitsstatistik (KOGES), die Garant ist für die Einsetzung eines kohärenten Gesundheitsinformationssytems ; das wachsende Bewusstsein, dass die Messung der Bedürfnisse und Aktivitäten, die nicht von den neuen Klassifikationen zu trennen ist, einer der Schlüssel für die Reorganisation des schweizerischen Spitalwesens ist ; das Auftauchen neuer Projekte, wie das eines Schweizer Patientengruppierungsystems, das kürzlich bei der Schweizerischen Sanitätsdirektorenkonferenz (SDK) und beim Bundesamt des Innern eingeführt wurde. Dieses System sollte ermöglichen, innert nützlicher Frist (Mai 1997 ?) über ein alleiniges Gruppierungsinstrument zu verfügen, das den nationalen Besonderheiten angepasst ist und das den Spitälern bedeutende stufenweise Einsparungen bez. Software-Kosten u. a. ermöglicht.
Im Bereich der Pflege machen die Patienten-Klassifikationssysteme ebenfalls Fortschritte und eines der Beispiele dafür ist die immer intensivere Anwendung von PLAISIR, sowohl in der Westschweiz als auch in anderen Schweizer Regionen. Der Artikel von Anne Berthou berichtet über den Stand des CHORUS-Projektes zur Messung der Bedürfnisse in den Altersheimen.
Begrüssenswert ist auch die Initiative einer Arbeitsgruppe der Veska, der sich Spezialisten der Spitäler, der FMH u. a. angeschlossen haben, betr. Schulung in den neuen Klassifikationen und der Codierung. Die Arbeitsgruppe wird ihren Bericht Ende Jahr vorlegen.
Die Möglichkeiten eines alleinigen, sich auf die ganze Schweiz ausdehnenden Patientengruppierungsystems werden an der 6. Jahreskonferenz PKS (Bern, 22. November 1996, Inselspital) erörtert. Sie finden in dieser Nummer genauere Angaben dazu sowie ein Anmeldeformular.
Ebenfalls werden Sie einen Artikel finden, den wir einer amerikanischen Zeitschrift entliehen und für Sie übersetzt haben. Er handelt vom Gesinnungswandel amerikanischer Spitaldirektoren betr. ihrer Zukunftsperspektiven. Wie die Schweizer Spitäler sind auch sie aufgrund von Budgetkürzungen bedeutenden Zwängen unterworfen. Die auf den DRG basierende Rückerstattung von Medicare, die vor einigen Jahren als ungenügend erachtet wurde, erscheint heute sehr viel annehmbarer, da die " managed care " der Versicherungen die anderen Spitaltarife um die Hälfte reduziert !
Schliesslich berichtet unser Korrespondent Wolfram Fischer von den neusten Tendenzen aus dem Workshop " Health Benefit Groups International", der im April 1996 in London stattgefunden hat.
An der kürzlich durchgeführten Konferenz über medizinische Information - deren wichtigste Ergebnisse Thema der nächsten PCS News sein werden - hob eine der Schlussfolgerungen die Notwendigkeit hervor, sich sehr früh mit Fragen der Organisation zu befassen. Dieser Bereich, dessen verschiedene Aspekte unter dem Begriff "Organisationsware" zusammengefasst werden, wird in dem Mass immer wichtiger, in dem die Informatisierung immer mehr Aufgabenbereiche innerhalb der Spitäler berührt und dessen Funktionsweise auf einer sehr viel breiteren Grundlage in Frage stellt. So hat einer der Experten geschätzt, dass wenn man
1$ in Hardware investiert, müssen
2$ in Software investiert werden, und
4$ in Organisationsware,
dies betrifft hauptsächlich den Zeitaufwand für Einführung, Schulung, Organisation und Reorganisation innerhalb des Spitals.
Dies sollte vor allem diejenigen zum Nachdenken anregen, die meinen, die neuen Instrumente, insbesondere die neuen Klassifikationen, könnten warten. Müssen wir an die Geschichte vom Rennen zwischen Hase und Schildkröte erinnern ?
Jean-Claude Rey