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von Jean-Claude Rey
Im Jahr 2000 werden 25% der Bevölkerung im Informationswesen tätig sein
Das Zitat von Peter Drücker, einem der bekanntesten Management-Päpste, lässt sich genauso gut auf das Gesundheitswesen wie auch auf die Wirtschaft im allgemeinen anwenden, auf die es ursprünglich gemünzt war. Die Leitung einer Gesundheitsplanung, eines Gesundheitsdienstes, eines Spitals oder eines Spitex-Zentrums wird je länger je mehr Informationen verlangen, deren Qualität und Geschwindigkeit einen wichtigeren Stellenwert als bis anhin einnehmen werden, da sehr wahrscheinlich die Finanzierung davon abhängen wird. Dies schliesst ein neues Verständnis der Rolle der Information auf allen Ebenen innerhalb der Institution ein. Wie die Erfahrung gezeigt hat, entspricht dies de facto einer vollständigen Restrukturierung der Funktionsmuster von Personal und Handlungsabläufen innerhalb einer Station, einer Abteilung, eines Spitals, einer Region, eines Kantons sowie auf nationaler Ebene. Die Schweizerische Kommission für Gesundheitsstatistik (KOGES) ist gleichermassen vorgegangen, indem sie zuerst ein allgemeines Konzept des schweizerischen Informationssystems im Gesundheitswesen erarbeitet hat. Aus diesem entspringen die Detailkonzepte, die in den verschiedenen Sektoren in Vorbereitung sind. Diese Anstrengungen auf nationaler Ebene mündeten bereits in eine Reorganisation der Bundesämter, mit Neuverteilung der Aufgabenbereiche, welche auch auf kantonaler und Institutionsebene weitergeführt wird.
Mit dem selben Ziel und im Wissen, dass die Beherrschung der Information eine konzertierte Vorgehensweise aller Einrichtungen voraussetzt, hat die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft PCS letztes Jahr den " Leitfaden zur Einführung der ICD-10 in Krankenhäusern " mitproduziert.
Vor einigen Jahren hatte das Spital von Morges eine vertiefte Studie durchgeführt, indem es das in PCS News beschriebene RME (Référentiel médico-économique) eingeführt hat. Gestützt auf diese ersten Erfahrungen hat das Spital von Morges seine Vorgehensweise von neuem vollständig überdacht. Wir haben es gebeten, uns über die innerhalb des Spitals konzertiert gemachten Entwicklungen, Resultate und Konzepte zu berichten. Unseres Wissens ist dies eines der am besten integrierten Spital-Informationssysteme und eines derer, die alle Fachleute intensiv miteinbezieht. PCS News bedankt sich beim Spital von Morges dafür, dass es sich die Zeit genommen hat, den Artikel " Medizin-ökonomische Dokumentation und Forschung " zu redigieren.
Ein anderer grundlegender Aspekt der Information ist ihr Vergleichspotential. Alle modernen Verfahren von " benchmarking " basieren auf diesem wichtigen Element, das natürlich voraussetzt, dass die Daten vergleichbar, also standardisiert sind. Dies ist im Prinzip nichts anderes als das von der KOGES gewählte Vorgehen, für die Schweiz gleichartige Erfassungsarten, einheitliche Klassifikationen, etc. einzuführen. Einer der von dieser Kommission noch nicht abgedeckten Bereiche ist der der " minimalen Pflegedaten " (MBDS, für Minimum Basic Data Set). Die zahlreichen in den USA und der Europäischen Union entwickelten Initiativen, an welchen sich die Schweizer Teams aktiv beteiligen, sind Zeichen für das wachsende Interesse an diesen Verfahren. Der aussergewöhnliche Fall von Belgien, wo das RIM (Résumé Infirmier Minimum) seit mehreren Jahren zur grossen Zufriedenheit seiner Anwender funktioniert, ist ein weiteres Beispiel. In der Schweiz bestehen ebenfalls Initiativen und wir haben Herrn Patrick van Geele, leitender Pfleger, gebeten, uns einen Ueberblick darüber zu geben. Wetten, dass sein ausgezeichneter Beitrag es allen Partnern des Gesundheitswesens ermöglicht, die Arbeiten zur Bestimmung des geeignetsten Informationssystems und die Abstimmung zu seiner Wahl rasch voranzutreiben.
Wenn man Peter Drücker glauben will, sollte die zur Zeit noch schwache Entwicklung von Gesundheits-Informationssystemen in der Schweiz zur Schaffung einer beträchtlichen Anzahl von Stellen im Bereich der Gesundheits-Information führen, was im aktuellen sozialen Klima nicht zu unterschätzen ist. Ermutigen wir deshalb alle Initiativen, die die Entwicklung von Kompetenzen im Bereich der Ausbildung, Datenverarbeitung, Datenanalyse, Datenauswertung, etc. zum Ziel haben, sei dies auf Ausbildungs- oder Weiterbildungsebene oder bei der Wiedereingliederung.
Hinweis an alle Interessierten: die Gesundheitsinformation ist ein zukunftsträchtiger Bereich.
Jean-Claude Rey